"Was wir sollen, ist auch, was wir wollen!"

- Auftrag der Kindergärten

Das Kindertagesstättengesetz gibt in § 4 Ziele vor:

(1) Die Kindertagesstätten haben einen eigenen Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrag.
Dabei ist die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und
gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu unterstützen und das leibliche und seelische Wohl des Kindes zu fördern.
Das Erziehungsrecht der Eltern (§1, Abs. 2 SGB VIII) bleibt unberührt.
Im Kindertagesstättengesetz ist der Bildungsauftrag festgeschrieben und wird anhand der Leitlinien zum Bildungsauftrag konkretisiert.

(2) In den Kindertagesstätten sind insbesondere diejenigen Fähigkeiten
entsprechend dem jeweiligen Alter und Entwicklungsstand zu unterstützen und weiterzuentwickeln,

Unser Leitsatz für die pädagogische Arbeit lautet:

"Wir holen das Kind dort ab, wo es entwicklungsmäßig steht."

Das Kind hat verschiedene Entwicklungsbereiche, welche ein Ganzes bilden.
Wir ermöglichen den Kindern ein Lernen in Erfahrungszusammenhängen, damit
bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten aus- und weitergebildet werden können.

Die Leitlinien zum Bildungsauftrag kategorisieren Bildung sachorientiert in sechs Bereiche:

Die Aufteilung in diese Bildungsbereiche ist nicht trennscharf, es gibt mannigfache Überlappungen.
So decken auch unsere pädagogischen Schwerpunktziele stets mehrere Bildungsbereiche ab.

In unserer pädagogischen Arbeit werden Genderbewusstsein, Interkulturalität, Förderung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, Nachhaltigkeit, Lebensweltorientierung und Partizipation als Querschnittsdimensionen in allen Bildungsbereichen von uns gleichermaßen berücksichtigt. 

Beispiel: Partizipation? Na klar! 

Jedes Kind in unserer Einrichtung hat auf ein kleines Holzbrettchen mit einem wasserfesten Stift seinen Namen geschrieben. 
Wer seinen Namen noch nicht schreiben kann, erhält hierbei Unterstützung, außerdem werden zusätzlich Klebefotos der Kinder hinzugefügt, dieses ist hilfreich für alle, die ihren Namen noch nicht lesen können.
In der Familiengruppe werden anstelle der Holzbrettchen Pappkarten eingesetzt.
Das sind unsere „Demokratiekarten“, die in einer Glasschale im Regal aufbewahrt werden.
Wenn Entscheidungen in der Gruppe anstehen, z. B. welches Außenspielgerät angeschafft, welches Projektthema als nächstes gewählt werden soll u.s.w., kommen die „Demokratiekarten“ zum Einsatz.
Die Gruppe bildet einen Kreis.
Die Auswahlmöglichkeiten werden z. B. an Hand von ausgeschnittenen oder gemalten Außenspielgeräten oder anderen bildlichen Symbolen dargestellt, in die Mitte gelegt und noch einmal besprochen.
Nun muss jedes Kind seine Entscheidung treffen und der Reihe nach sein Kärtchen auf das Symbol seiner Wahl legen.
Anschließend werden die Mengenverhältnisse verglichen und dann die Kärtchen pro Symbol gemeinsam gezählt.
Das Symbol mit den meisten Kärtchen ist somit ausgewählt. Es zählt die einfache Mehrheit.
Bei Pattsituationen wird die Sachlage mit der Gruppe besprochen und ein erneuter Wahldurchgang erfolgt.
Jedes Kind und auch die Erzieherinnen müssen die Gruppenentscheidung akzeptieren und mit tragen.
Für jede/n Einzelne/n ist dieses nicht immer leicht, denn sie/er muss ihre/seine eigenen Wünsche zurückstellen und mit Enttäuschungen sowie Wut umgehen. Es ist ein Lernprozess zu begreifen, dass ich, auch wenn meine Stimme nicht den für mich gewünschten Erfolg brachte, trotzdem aktiv Teilhabende/r und Gestaltende/r in der Gesellschaft bin.

Nicht nur die Beteiligung der Kinder an Entscheidungsprozessen ist für uns von Bedeutung, sondern auch der Umgang mit ihren Beschwerden.
Jede Gruppe hat mit den Kindern ein entsprechendes Beschwerdeverfahren entwickelt:

Beschwerdemöglichkeit in der Regelgruppe:
Unsere "Motzbiene"

Ablaufverfahren:
Die "Motzbiene" (eine kleine Biene aus Holz, die einerseits für Empfindsamkeit und Zartheit, andererseits für Stärke und Abwehr steht), darf immer dann von einem Kind aus der Schublade geholt werden, wenn das betreffende Kind das Gefühl hat, dass das, was es zu sagen und zu klären hat, auch die anderen Gruppenmitglieder betrifft.
Wenn die "Motzbiene" in Erscheinung tritt, findet eine Zusammenkunft aller Kinder und Erzieherinnen auf dem Spielteppich statt.
Das Kind, das etwas zu sagen und zu klären hat, zeigt die "Motzbiene" in die Runde und trägt sein Anliegen vor, wobei die anderen Gruppenmitglieder zunächst ruhig zuhören.
Hat das Kind sein zu klärendes Anliegen vorgebracht, dürfen die anderen Kinder der Reihe nach im Uhrzeigersinn ihre Meinung dazu äußern.
Das "Bienenkind" sagt anschließend, ob Lösungsmöglichkeiten für sein Problem dabei waren und wie es sich eine Veränderung seiner Situation vorstellen könnte.
Wieder gibt es eine Austauschrunde.
Gilt das Anliegen als erledigt, wird die Runde von den Erzieherinnen mit einem Dankessatz für die Zusammenarbeit der Gruppe beendet.
Ist die Angelegenheit für das Kind nicht geklärt, helfen die Erzieherinnen den Kindern, eine annehmbare Lösung zu erarbeiten.
Der Äußerungen der Kinder werden von den Fachkräften protokolliert.

Darüber hinaus kommt die "Motzbiene" jeden Mittwoch, im Abschlusskreis, zum Einsatz.
Sie wird im Kreis herumgegeben und alle Kinder, die ein Anliegen haben, können dieses vorbringen, wenn sie die "Motzbiene" in der Hand halten.
Das weitere Vorgehen entspricht dem des spontanen Einsatzes der "Motzbiene".
Auch hier werden die Aussagen der Kinder mitgeschrieben und besprochen.

Beschwerdemöglichkeit in der Familiengruppe:
Unser "Meckerfried"

Ablaufverfahren:
Der kleine "Meckerfried" (Holzpüppchen) wohnt in einer Dose mit vielen, bunten Stoffstreifen zusammen.
Jeden Freitag, im Morgenkreis, kommt er aus seiner Dose heraus.
Die Kinder können ihn in die Hand nehmen und ihm erzählen, was sie bedrückt oder was sie sich von der Gruppe wünschen (in Bezug auf Verhaltensweisen).
Sie dürfen sich beschweren und "Meckerfried" anvertrauen, was sie stört und ärgert.
Wenn sie ihr Anliegen im Kreis vorgebracht haben, dürfen sie sich einen Stoffstreifen aus der Dose aussuchen und diesen bis zum Ende der Gesprächsrunde festhalten.
Die von den Kindern genannten Anliegen werden unter verschiedenen Überschriften zusammengefasst, protokolliert und noch einmal benannt.
Die Kinder versuchen nun, eigene Lösungsvorschläge zu entwickeln, um die aufgeführten Anliegen zu klären/zu beheben.
Sie teilen der Gruppe mit, was ihrer Meinung nach getan werden müsste, damit sie sich wieder besser fühlen können.
Bei Regelverstößen werden die mit den Kindern erarbeiteten Gruppenregeln noch einmal besprochen.
Nach dem Gesprächskreis legen die Kinder ihren Stoffstreifen wieder in die Dose zurück.

Ziele:
Die Kinder werden ernst genommen, ihre Äußerungen gewertschätzt und deshalb schriftlich festgehalten.
Die Kleinen wachsen in den Gruppenprozess hinein und lernen von den Großen.
Es wird gemeinsam nach akzeptablen Lösungsmöglichkeiten gesucht.
Die Kinder lernen, ihre Meinung frei zu äußern und zu vertreten.
Sie lernen, andere Meinungen und Befindlichkeiten zu achten und zu akzeptieren.
Die Kinder lernen, ihre Grenzen mitzuteilen und die, der anderen Kinder zu respektieren.
Die gemeinsame Kommunikation wird gefördert und Konfliktlöseverhalten erprobt.
Die Kinder lernen zum Einen, Verantwortung für sich und das eigene Tun zu übernehmen und zum Anderen, dass sie auch für ihre Mitmenschen und deren Wohlbefinden mit verantwortlich sind.

Der Gesprächskreis ist beendet, wenn die Kinder zufrieden sind.

Genderbewusstsein:
In unserer Ev. Kita werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mädchen und Jungen anerkannt und in der täglichen Arbeit berücksichtigt.
Wir unterstützen die Kinder bei der Entwicklung ihrer eigenen Geschlechtsidentität, ohne diese durch festgelegte Verhaltensweisen einzuschränken.
Wir achten darauf, die Kinder nicht durch stereotype Sichtweisen bzw. Zuschreibungen in ihren Erfahrungen zu begrenzen, sondern bieten ihnen die Möglichkeit an, sowohl männliche als auch weibliche Rollenbilder kennen zu lernen.
Die vertrauensvolle und sensible Zusammenarbeit mit den Eltern verhindert an dieser Stelle Konflikte und Missverständnisse, die aufgrund vielfältiger Kulturen und individueller Anschauungen auftreten könnten.

Interkulturalität und Interreligiösität: 
In unserer Ev. Kita begegnen sich Kinder und Erwachsene unterschiedlicher sozialer Herkunft, Nationalität, Kultur und Religion.
In einem Klima der Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen anderer Kulturen machen Kinder sowie Erwachsene Erfahrungen von Fremdheit und Vertrautheit.
Wir pflegen einen selbstverständlichen und wertschätzenden Umgang mit allen Familien.
Der Reichtum der vorhandenen Unterschiedlichkeiten von Religion und Glaube bietet vielfältige Anregungen für einen offenen und neugierigen Umgang mit Kindern verschiedenster Herkunft.
Durch interkulturelle Begegnungen lernen Kinder und Erwachsene fremde Religionen, Kulturen und Sprachen kennen und entwickeln gleichzeitig ein eigenes kulturelles und religiöses Bewusstsein.

Inklusionsverständnis: 
Inklusion bedeutet für uns, die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen jedes Kindes in allen Lebensbezügen zu berücksichtigen.
Dabei ist von besonderer Bedeutung, die „Verschiedenheiten“ als Normalität anzuerkennen und Vielfalt als Chance zu begreifen.
Unser pädagogisches Handeln ist davon geprägt, die individuellen Ressourcen der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen.
Im Rahmen der Inklusion geht es uns darum, jedem Kind eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und möglichen Barrieren, die z.B. durch Migration, Behinderungen, Krankheit oder sozialer Notlage entstehen, aktiv entgegenzuwirken.
Um allen Kindern individuelle Teilhabe zu ermöglichen, müssen sich Rahmenbedingungen anpassen.
Insbesondere ist ein flexibler Einsatz ausreichender personeller Ressourcen als Grundvoraussetzung in der Kindertagesstättenarbeit zu implementieren.
So sind u.a. multiprofessionelle Teams notwendig, um eine institutionelle Zusammenarbeit zwischen Heil- und Frühpädagogik zu erreichen.
Zudem werden Kooperationen mit Ergotherapie, Logopädie, Fachbereich Gesundheit etc. bei Bedarf gestaltet.
Inklusive Pädagogik stellt bauliche Anforderungen an die Kita, insbesondere eine barrierefreie und behindertengerechte Bauweise.
Für die pädagogischen Fachkräfte ist eine vorurteilsbewusste, ressourcenorientierte Haltung, verbunden mit der Freude an Vielfalt, kennzeichnend.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE):
In unserer Ev. Kita erhalten Kinder vielfältige Gelegenheiten bei intensiven Naturbegegnungen die biologische Vielfalt und die Schönheit der Natur zu erleben.
Sie lernen die von Menschen geschaffene Umwelt kennen und setzen sich mit ökologischen Zusammenhängen auseinander.
Der sorgsame Umgang mit den endlichen Ressourcen der Natur wird in unserer Ev. Kita in unterschiedlichen Lernfeldern wie z.B. Umgang mit Lebensmittel, Abfallvermeidung, Konsum u.a. erfahrbar gemacht.
Kinder haben die Möglichkeit, alternative Handlungsstrategien zur Bewahrung und Erhaltung eines natürlichen Gleichgewichtes zu beobachten, mitzugestalten und einzuüben.
Bildung für Nachhaltige Entwicklung geschieht mit dem Ziel, die Gestaltungskompetenz der Kinder zu stärken und sie erfahren zu lassen, dass verantwortliches Handeln in Natur und Umwelt positive und zukunftswirksame Konsequenzen haben kann. 

Lebensweltorientierung:
Lebenslagen- und Familienorientierung prägen unsere Ev. Kita und bedeuten für uns Wertschätzung aller Kinder und Familien, unabhängig ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer sozio-ökonomischen Verhältnisse oder ihrer besonderen Bedürfnisse.
Wir betrachten Vielfalt als Bereicherung und setzen uns aktiv für eine (inklusive) Erziehung, Betreuung und Bildung von Kindern ein.
Die pädagogischen Fachkräfte wissen, dass eine ganzheitliche und situationsbezogene Pädagogik nicht nur das einzelne Kind, sondern auch dessen Familie und bisherigen Lebenserfahrungen sowie dessen Umfeld einbezieht.
In unserer Einrichtung berücksichtigen wir die familiäre Konstellation des Kindes, seine kulturelle Herkunft und seine individuelle Lebenssituation.
Deshalb machen die Fachkräfte die Lebenswelt der Kinder zum Ausgangspunkt ihrer pädagogischen Arbeit.
Durch die Orientierung an das individuelle und persönliche Erleben, Deuten und Handeln der Kinder eröffnen sich zeitgleich eigene Lernfelder.
Wir sehen uns daher als Wegbegleiter, die sich auf die Gefühle, Meinungen und Weltbilder jedes einzelnen Kindes einlassen, um gemeinsam einen abwechslungsreichen und bildenden Alltag zu gestalten.
Die auf Kooperation basierende Zusammenarbeit mit den Eltern ermöglicht den uns dabei einen vorurteilsbewussten Erfahrungs- und Interessenaustausch.

Die kindlichen Entwicklungsbereiche umfassen:

Unsere pädagogischen Schwerpunktziele hierzu:

Wir ermöglichen, dass das Kind im ...

Bereich Motorik:

Bereich Kommunikation:

Bereich Emotionalität:

Bereich Kreativität

Bereich Phantasie

Bereich Sozialkompetenz

Bereich Kognition:

Bereich Motivation:

Bereich Kultur:

Trägervereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung nach § 8 a SGB VIII und zur persönlichen Eignung der zu beschäftigenden Personen nach § 72 a SGB VIII:

Das Wohl der uns anvertrauten Kinder ist uns wichtig und so sehen wir sehr genau hin, wie es unseren Kindern geht.
Für den Fall, dass etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, gibt es eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Träger und dem Fachdienst Sozialpädagogische Hilfen, welche alle Schritte eines Handlungskonzeptes umfasst.
Dieses Konzept haben die Mitarbeiterinnen verinnerlicht, nicht zuletzt durch mehrtägige Fortbildungen zu diesem Thema.
Die Vereinbarung umfasst:

Desweiteren sind alle Teammitglieder mit den Inhalten des ergänzenden §47 S.1 Nr. 2 SGB VIII - Besondere Vorkommnisse - vertraut.


Unsere Grundsätze für eine Selbstverpflichtung der Mitarbeiterinnen:

Evangelische Arbeit mit Kindern lebt durch Beziehungen von Menschen untereinander und mit Gott.
Wir erkennen an, dass jeder Mensch als Gottes Ebenbild ein Individuum mit eigener Persönlichkeit ist.
Nicht nur die Meinung der Kinder ist für uns wichtig, sondern auch die Meinung ihrer Eltern.
Aus diesem Grund wünschen sich die Mitarbeiterinnen "Erziehungspartnerschaften" mit ihnen.
Hierbei ist es für das Team normal, dass es im täglichen Miteinander auch einmal zu unterschiedlichen Meinungen kommen kann. 
Deshalb gibt es in unserer Einrichtung einen "roten Faden", wenn im Umgang miteinander einmal etwas nicht zufriedenstellend verlaufen ist.


Unser Beschwerdemanagement:

Eine furchteinflößende Piratenbande!
 Überlegen Sie einmal selbst, wie viele unserer Ziele im gemeinsamen Rollenspiel ermöglicht werden können! Erstaunlich, nicht wahr?