"Heute nur gespielt?" - Das Geheimnis des Freispiels

Das Spiel ist kreative Arbeit des Kindes mit dem Ziel, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
Es ist die wichtigste Aktivitätsform überhaupt.
Beim Spielen werden neue Erfahrungen und Fertigkeiten erworben, halbvertraute Erfahrungen gefestigt, gelernte Verhaltensweisen auf neue Situationen übertragen und als unbrauchbar erlebte Verhaltsweisen korrigiert.
Bis zum sechsten Lebensjahr lernen Kinder nach dem Schema:

Handeln: Eine am Strand gebaute Sandburg des Kindes wird von der Flut
überspült.
   
Fühlen: Das Kind ist traurig, wütend, enttäuscht.
   
Denken: Es findet heraus, dass die Burg zu dicht am Wasser gebaut war.
   
Nachdenken: Es überlegt, was es ändern müsste und baut die Burg woanders 
oder dämmt sie ein.
   

Ab dem siebten Lebensjahr verändert sich die Reihenfolge:

Denken: "Es gibt Ebbe und Flut. Schiffe könnten Wellen schlagen."
   
Nachdenken: "Wo muss ich die Burg deshalb hinbauen?"
   
Fühlen: "Sie soll sicher stehen und nicht kaputtgehen."
   
Handeln: "Ich baue sie weiter vom Wasser weg."

                                                                                 (Renate Zimmer)

Das Freispiel bietet den Kindern den größtmöglichen Bewegungs- und
Entscheidungsspielraum, denn es dient der selbstständigen Kontaktaufnahme, der Konfliktbewältigung und der Verarbeitung von Erlebnissen.

Freundschaften werden geschlossen, Hilfe eingefordert, angenommen, gegeben, Erfolge und Misserfolge verarbeitet, Kreativität und Phantasie werden gefördert, neue Spiele entdeckt oder entwickelt, von anderen und miteinander wird gelernt.
Eigene Bedürfnisse und Ideen können ausgelebt und motorische Fähigkeiten ausprobiert werden, Konzentration und Ausdauer werden geschult.
Im Freispiel entscheiden die Kinder eigenständig, was, mit wem, wo und wie lange sie spielen wollen, z.B. Tisch- und Rollenspiele, Bilderbuchbetrachtungen, bauen, gestalten, malen, basteln, singen, draußen spielen, kuscheln, toben.

In unserer Einrichtung gibt es in der Regelgruppe während der Freispielzeit auch die Möglichkeit des "freien Frühstücks".
Bis um 10.00 Uhr können die Kinder selbst ihre Frühstückszeit festlegen.
Sie suchen sich Frühstückspartner, waschen die Hände, holen ihre Brottasche, decken ihren Essplatz, sprechen ein gemeinsames Gebet und nehmen zusammen ihre Mahlzeit ein.
Nach dem Essen wird das Geschirr in die Küche und die Frühstückstasche wieder an die Garderobe gebracht.
Gemeinsam gehen die Frühstückskinder zum Zähneputzen.

Wir Erwachsene bringen uns in das Freispiel in begleitender, mitspielender sowie beobachtender Form ein und motivieren, fördern und integrieren einzelne Kinder, nehmen uns Zeit für sie, geben Anregungen, machen Angebote und spielen ihre Spielideen mit, denn wir sehen selbstbestimmtes Spielen und selbstbestimmte Bewegung als einen wichtigen Baustein für eine positive Entwicklung des Kindes an.

Die Arbeiten der Kinder haben für uns einen hohen Stellenwert.
Sie werden sorgfältig aufgehängt oder hingestellt, so dass sie jeder wahrnehmen kann. 

Shopping Queen
"Shopping Queen!"

Kreativität
Kunstwerke aus Verpackungsmaterial