"Gemeinsam knüpfen wir ein Netz!" - Der Kooperationsvertrag des Ev. Kindergartens "Friedensstern", Wrohm und der Grundschule "Eider-Schule" im Nachbardorf Dellstedt

Kindertageseinrichtungen und Grundschulen haben jeweils einen eigenen Bildungs- und Erziehungsauftrag, der in den jeweiligen Gesetzen und Ausführungsbestimmungen niedergelegt ist.
Gemeinsam ist ihnen das Ziel, die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern.
Die Einrichtungen sind nach §5 Abs. 6 des Kindertagesstättengesetzes und den Leitlinien zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen sowie nach §41 Abs. 3 des Schulgesetzes dazu angehalten, beim Übergang der Kinder von der einen in die andere Institution zusammenzuarbeiten.

Die Grundschule "Eiderschule und der Wrohmer Kindergarten "Friedensstern" legen Wert auf eine gute Zusammenarbeit und Vernetzung, denn schließlich schaffen die Einrichtungen die Voraussetzungen für den weiteren Lebensweg der Kinder und deren Einstellung zu Bildung und Lernen.
So ist es für die Institutionen selbstverständlich, dass sie voneinander lernen und sich absprechen, z. B. welche Grundfertigkeiten relevant sind, um den Einrichtungswechsel für die Kinder zu erleichtern und Bildungsprozesse effektiv zu gestalten.
Hinzu kommt der Inklusionsgedanke, den die Grundschule Berg Fidel so treffend formuliert hat, dass die Leitungskräfte des Kindergartens und der Grundschule Grundsätze und Regelungen für ihre Zusammenarbeit, unter Berücksichtigung dieses Gedankens, verabredet haben.
Die Eltern und gegebenenfalls die Elternvertretungen werden über die Form der Zusammenarbeit informiert.
Um eine bestmögliche Feinabstimmung zu erreichen, entbinden die Eltern das Fachpersonal des Kindergartens von ihrer Schweigepflicht gegenüber der Schule.

"Die 20 Regeln" des Inklusionsgedankens der Grundschule Berg Fidel:
1.  Achte die Kinder!
2.  Frage sie nach ihrem Befinden und ihren Erlebnissen!
3.  Sei du selbst!
4.  Freue dich über ihre Fähigkeiten!
5.  Lerne mit ihnen ihre Lieblingsorte kennen!
6.  Ermutige sie, etwas zu wagen!
7.  Erwarte ihr Bestes, erwarte keine Perfektion!
8.  Erwische die Augenblicke, wenn sie gut sind!
9.  Lache über ihre Witze!
10. Habe Spaß an ihren Entdeckungen!
11. Sei erreichbar!
12. Schaffe für sie eine sichere und offene Umgebung!
13. Träume mit ihnen!
14. Entscheide gemeinsam mit ihnen!
15. Betone ihre Einzigartigkeit!
16. Bau etwas mit ihnen auf!
17. Lasse sie Fehler machen!
18. Inspiriere ihre Kreativität!
19. Höre ihre Lieblingsmusik mit ihnen!
20. Wertschätze sie, egal, was sie tun!

Das gemeinsame Ziel der Schule und des Kindergartens ist es, die Neugier und Unbefangenheit der Kinder zu erhalten und sie als eine lebenslange Bereitschaft zum Lernen zu festigen.
Dieses gilt auch für die Erwachsenen und so stimmen die Leitungskräfte sich über für beide Einrichtungen interessante Fort- und Weiterbildungen ab und organisieren diese gegebenenfalls, z. B. eine Fortbildung mit Erzieherinnen und Lehrkräften zum Thema „Phonologische Bewusstheit“.

Um die Ziele und Absprachen auf einem aktuellen Stand zu halten und umsetzen zu können, treffen sich die Leitungskräfte kurz nach den Sommerferien zu einem Abstimmungsgespräch.
Die Kiga-Leitung teilt der Schulleitung den ersten Eindruck ihres Teams hinsichtlich der künftigen Schulanfänger mit.
Die Leitungskräfte beraten sich über den gewonnenen Eindruck hinsichtlich der Schulkompetenz der Kinder.
Sie stimmen mögliche individuelle Förderangebote für einzelne Kinder ab und/oder holen bei Bedarf externe Fachkräfte mit ins Boot.
Beispielsweise wird ein Antrag auf heilpädagogische Fachleistungsstunden beim Kreis Dithmarschen für die verbleibende Zeit des Kindes im Kindergarten gestellt.
Die Schulleitung wird in diesem Fall zu den jeweiligen Jugendhilfeplangesprächen im Kindergarten mit eingeladen, um eine bestmögliche Vernetzung zu erreichen.

Die Schulleitung nimmt nach den Sommerferien an der Begrüßungsphase des ersten Kindergartenelternabends teil.
Sie stellt sich und die Arbeit in der Eingangsphase (Klassenstufe 1 und 2) vor und gibt Informationen über das Einschulungsverfahren (Einschulungsgespräch, Schnuppertag, die Einschulung selbst) und beantwortet auftretende Elternfragen.
Außerdem stellt die Schulleitung die Möglichkeit der Teilnahme an der wöchentlich in der Schule stattfindenden vorschulischen Lernwerkstatt in Aussicht.

Die Schule lädt die Leiterinnen der Kooperationskindergärten Wrohm und Pahlen zu einem Planungstag der vorschulischen Lernwerkstatt im September mit ein.

Das gesamte Kiga-Team wird zu Beginn des Jahres (Januar/Februar) zu einer Lehrerkonferenz der "Eiderschule" eingeladen.

Die Fachkräfte informieren sich hier gegenseitig über personelle Veränderungen und Aktualisierungen des Kindergartenkonzepten oder des Schulprogramms.

Die Lehrkräfte informieren die Kigafachkräfte darüber, wie sich die neuen Erstklässler in dem zurückliegendem Halbjahr in der Schule zurechtgefunden haben und die Kigafachkräfte die Lehrkräfte darüber, wie sich die künftigen Schulanfänger, die in der "Nobel-Gruppe" zusammengefasst sind, bisher entwickelt haben.
Es gibt eine Rückmeldung über den Verlauf der Einschulungsgespräche im vorangegangenen Herbst.

Ideen oder Anregungen der Teams zur Verbesserung des Überganges Kiga/Grundschule sollen von den Leitungen aufgenommen und gegebenenfalls umgesetzt werden.

Die Schule stellt dem Kindergarten zur Information die Fachcurricula aus Klassenstufe 1 zur Verfügung und lädt das Kiga-Team zu Informations- und Workshopelternabenden zur Eingangsphase ein.

Die Teams beider Institutionen planen gemeinsame Vorhaben, und unterstützen sich gegenseitig bei besonderen Aktivitäten, wie z. B. am "Weltvorlesetag".
Hier haben Grundschüler, in Begleitung ihrer Lehrerin, den Kindergartenkindern in Kleingruppen einen Vormittag lang vorgelesen. 

Vorlesebesuch
Die Kinder freuen sich über den "Vorlesebesuch"!

Die künftigen Schulanfänger der "Nobel-Gruppe" nehmen vor den Sommerferien in Kleingruppen an einem von Lehrkräften und pädagogischem Personal gestalteten Projekttag in der Grundschule „Eiderschule“ in Dellstedt teil.
Gemeinsam mit einem älteren Schulkind, welches als Pate/Patin fungiert, werden bis zu 20 „Arbeitsstationen“ aus den Bildungsbereichen und Themenfeldern der Bildungsleitlinien spielerisch durchlaufen.
Alternativ nehmen die "Nobel-Kinder", jeweils mit "Patenbegleitung", an mehreren Unterrichtsstunden der ersten und zweiten Klassenstufe teil.

Bei der Planung einrichtungsübergreifender Angebote wird die religionspädagogische Arbeit des Kindergartens berücksichtigt und so fließen religionspädagogische Elemente in die Arbeit mit ein.
So schon geschehen beim Projekttag „Erntedank auf brasilianisch“ auf dem nicht nur gemeinsam gekocht, gegessen, gefeiert und getanzt, sondern auch gemeinsam gedankt, gebetet gesungen wurde.


Schulkind Lisa kennt sich im Kiga noch gut aus! Mit unserer Schulpraktikantin Patrizia werden Fruchtspieße gestaltet!


Der Auflauf kann jetzt überbacken werden! Unser gemeinsames Festmahl!

Folgende gemeinsame Aktionen sind beispielsweise im Laufe des Jahres möglich:


Auch ein gemeinsamer Waldtag mit der ersten Schulklasse begeisterte alle TeilnehmerInnen!


Ein weiteres Beispiel für das partnerschaftliche Miteinander zwischen den Einrichtungen und den gelungenen Übergang vom Kiga in die Schule: Ehemalige Kiga-Kinder, die inzwischen die zweite bis fünfte Klasse besuchen, führen mit Begeisterung ein selbstgeschriebenes Theaterstück, passend zum aktuellen Projekt "Bergwelten!", auf!


Wir laden die 1. und 2. Klasse zu unserem Nikolaustheater ein!

Neben der allgemeinen Förderung unter ganzheitlichem Aspekt liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Förderung der Sprachentwicklung.

Um in diesem Bereich möglichen Förderbedarf bei den künftigen Schulkindern abzustimmen, werden entweder die Ergebnisse des "Seldak-Bogens" (Beobachtungsbogen zur Feststellung des Sprachentwicklungsstandes bei deutschsprachigen Kindern) oder die Ergebnisse des "FF-Bogens" (Beobachtungsbogen zur Ermittlung des Entwicklungsstandes von Schulanfängern - fördern und fordern), zu Grunde gelegt.
Für Kinder nicht deutscher Herkunft wird der" Sismik-Bogen" verwendet.

Die Beobachtungszeiträume des Kindergartens liegen, nach Möglichkeit, einmal im Mai bzw. im September, damit die Ergebnisse zeitnah in die jeweilig geplanten Abstimmungsgespräche einfließen können.

Des Weiteren testet für das Einzugsgebiet des Kindergartens entweder eine Fachkraft für Logopädie oder ein Sonderpädagoge, alle Kinder, bei denen eventuelle Bedenken bestehen.
Diese Fachkraft bespricht ihren Eindruck mit dem Personal sowie den Eltern und leitet mit ihnen gegebenenfalls Fördermaßnahmen in die Wege.
Für die Weitergabe relevanter Informationen an die Schule ist der für den Kindergarten und die Schule zuständige Sonderpädagoge aktiv.

Als Präventivmaßnahme läuft seit September 2007, dienstags und donnerstags in der Kindertagesstätte, für je eine halbe Stunde, ein Sprachförderprogramm nach den Vorgaben des Kreises Dithmarschen für besonders auffällige Kinder, welches von einer speziell in diesem Bereich fortgebildeten Mitarbeiterin in Kleingruppenarbeit durchgeführt wird.

Die Eltern werden über diesen Prozess seitens des Kindergartens informiert und erhalten regelmäßig eine Rückmeldung über die Entwicklung ihres Kindes.

Vertreter/innen aller zusammenarbeitenden Institutionen sind nach Möglichkeit im Dithmarscher Netzwerk "Frühe Hilfen für junge Familien" vertreten.